Ein süßlich-intensives Aroma, ein dunkel-schrumpeliges Aussehen und ein echter Geheimtipp in der guten Küche: Das ist die Tonkabohne.

Sie passt sowohl zu süßen als auch zu herzhaften Gerichten und ist damit eine ziemlich vielseitige Bereicherung. Aber damit nicht genug: Sie erfüllt außerdem auch Wünsche und soll ein Aphrodisiakum sein. Na, wenn das nicht vielversprechend ist!

 

Süß und herzhaft: Einsatz in der Küche

Was die Tonkabohne so großartig macht ist, dass sie sowohl für süße als auch für herzhafte Gerichte geeignet ist. Sie schmeckt zwar süß nach Vanille, aber eben auch fein-herb. Wer eine ganz feine Zunge hat, kann im Hintergrund ein Rumaroma ausmachen.

 

Es gibt mehr Rezepte mit Tonkabohnen, als in diesen Artikel passen. Es gibt Tonkapuddings, Parfaits, Eis, Du kannst Creme Brulee damit aufwerten… Aber auch herzhafte Gerichte wie Fisch, Wildragout und deftige Saucen profitieren von der Bohne. Es ist ein wenig wie Zimt und Anis, die wir in Deutschland primär mit Weihnachten in Verbindung bringen, während sie in Asien durchaus eine wichtige Rolle in der (durchaus auch deftigen) Alltagsküche spielen.

 

Ein kleines Rezept wollen wir Dir aber nicht vorenthalten: Du kannst mit der Bohne Milch oder Sahne zu aromatisieren, um beispielsweise damit einen feinen Pudding zu kochen. Koche dafür ein bis zwei Bohnen in einem Liter Milch für zehn Minuten auf und lasse dann alles über Nacht ziehen. Wenn Du die Bohnen danach trocknest, kannst Du dies bis zu zehnmal wiederholen!

 

Da die Tonkabohne selbst steinhart ist, musst Du sie ähnlich wie eine Muskatnuss reiben. Besorge Dir am besten eine passende Muskatreibe, und los geht die wilde Kochorgie. Zur Aufbewahrung eignet sich ein Glas sehr gut, damit das feine Aroma nicht im Laufe der Zeit verfliegen. Es lohnt sich auch, mehr als nur eine Tonkabohne zu kaufen. Schließlich wirst Du so begeistert von diesem Gewürz sein, dass eine nie im Leben reichen wird.

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Vorsicht, Gift!?

Die Tonkabohne enthält den Stoff Cumarin. In zu großen Mengen konsumiert, verursacht er schnell Kopfschmerzen und Übelkeit. Noch höhere Dosen sind sogar schädlich für Leber und Niere. Deshalb war es zwischen 1981 und 1991 sogar verboten, diese Bohne in Deutschland zu verwenden.

Beim normalen Gebrauch in der Küche musst Du Dir aber keine Sorgen machen. Halte Dich einfach an die Mengenangaben der Rezepte, und Du bist auf der sicheren Seite. Waldmeister enthält übrigens ebenfalls Cumarin und wird trotzdem in der Küche verwendet. Es ist also nicht so schlimm, wie es zuerst klingt 😉

 

 

Woher kommt die Tonkabohne?

Das erste Mal nachweislich erwähnt wurde die Bohne 1775 von einem französischen Wissenschaftler, der Mauritius bereiste. Er nahm sie in sein Herbarium auf. Wirklich bekannt wurde sie in Deutschland aber erst vor Kurzem. Dafür ist ihr Siegeszug in der Küche umso steiler, und das aus gutem Grund.

 

Der Tonkabaum wurde früher angebaut, da man – Du ahnst es – an sein Holz wollte. Inzwischen wird aber insbesondere die begehrte Bohne geerntet. Er trägt Früchte, die ein bisschen wie grüne Mangos aussehen. In jeder Frucht steckt ein Same, der nach der Ernte in Alkohol eingelegt, dann fermentiert und dann für mehrere Monate getrocknet wird. Am Ende ist die Bohne schrumpelig, fast schwarz und ziemlich hart. Heute wird der Tonkabaum in Südamerika, Venezuela, Kenia und Trinidad angebaut, da hier klimatisch optimale Bedingungen herrschen. Und das zeigt sich in der Ernte: Jeder Baum kann bis zu 15 Kilogramm Tonkabohnen produzieren.

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Die Wunschbohne aus den Tropen

Wusstest Du, dass die Tonkabohne nicht nur herrlich schmeckt, sondern auch noch Wünsche erfüllt. In Venezuela glaubt man bis heute, dass es Glück bringt, eine Tonkabohne bei sich zu tragen. Im Geldbeutel verstaut soll sie sogar für Reichtum sorgen!

 

Wenn ich auf meine Tonkabohnen schaue, weiß ich aber schon genau, was ich mir wünsche – einen richtig leckeren Nachtisch. 😉

 

Es wird heiß: Tonkabohne als Aphrodisiakum

Jaja, es steckt noch mehr in der Wunderbohne. Sie soll eine aphrodisierende Wirkung haben, was man bei diesem himmlischen Geruch auch gerne glaubt. Der Geruch ist es übrigens, der sie zum Bestandteil so einiger Herrenparfums macht, die dann dem anderen Geschlecht den Kopf verdrehen.

 

 

Was hält Dich auf? Ran ans Kochen!

Wenn Du jetzt noch nicht neugierig geworden bist, ist Dir nicht mehr zu helfen. Wir werden auf jeden Fall fleißig experimentieren und testen, in welchem Gericht uns die Wunderbohne besonders gut schmeckt.

Stefanie Norden