Kaum hat das Gartenjahr so richtig Fahrt aufgenommen, ist noch im Juni schon die erste Hitzewelle über uns hinweggerollt. Da heißt es nach Feierabend schleppen, schleppen, schleppen, um mit zahllosen Gießkannen zu verhindern, dass Deine Ruheoase zu einer traurigen, verdorrten Steppenlandschaft wird.

Die gute Nachricht: ein grüner Garten und ein voller Terminkalender (oder fehlende Lust ständig zu gießen) schließen sich nicht aus. Und Du musst kein Vermögen ausgeben oder ein Technik-Genie sein, um Deine Pflanzen sicher durch den Sommer zu bringen.

In diesem Artikel zeigen wir Dir die besten wassersparenden Bewässerungsmethoden, mit denen Du

  • Deine Zeit nicht nur mit Gießen verbringst
  • bares Geld sparst
  • Deine Pflanzen auch im Urlaub bestens versorgst
  • Wasser sinnvoll und sparsam einsetzt

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Nachhaltig gießen, Teil 1: Die besten wassersparenden Bewässerungssysteme für Garten & Balkon

Die Wasserquelle: Womit solltest Du Deinen Garten gießen?

Ehe wir uns Schläuche und automatische Bewässerungen anschauen, müssen wir über den wichtigsten Faktor beim Gießen sprechen: das Wasser selbst. Denn nicht jede Quelle ist gleich gut geeignet. Hier sind die drei typischen Optionen im Überblick.

 

Regenwasser sammeln: der kostenlose Klassiker

Regenwasser hat viele Vorteile: Es ist kalkfrei, hat genau die richtige Temperatur (kein Kälteschock für empfindliche Pflanzen) und kostet Dich keinen Cent. Bei der Neuanschaffung lohnt es sich, einen passenden Sockel unter die Tonne zu setzen und ein Modell mit einem Hahn zu wählen, um später komfortabel Deine Gießkannen aufzufüllen.

Je nach Größe Deines Gartens reicht bereits eine Regentonne, die Du an am Fallrohr der Regenrinne von Haus oder Gartenschuppen anschließt. Dafür gibt es zwei verschiedene Methoden:

  • Regenrohrklappe: Diese Klappen kenne ich noch aus meiner Kindheit. Einmal aufgeklappt, wird das Fallrohr verschlossen und alles Wasser, was durch die Regenrinne kommt, durch die geöffnete Klappe in die Regentonne geleitet. Diese Methode füllen die Tonne schneller auf als die Regenwassersammler, allerdings musst Du sie manuell wieder schließen, wenn nach dem Auffüllen der Regentonne Überschwemmungen vermeiden willst.
  • Regenwassersammler: Auch Regendiebe genannt leiten diese Einsätze im Fallrohr einen Teil des Regenwassers in die Regentonne um. Da sie nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren* arbeiten, ist ein Überlaufen garantiert ausgeschlossen. Der Nachteil ist, dass es mit diesen Einsätzen etwas länger dauert, bis die Regentonne gefüllt ist. Neben Regensammlern aus Kunststoff gibt es auch Modelle aus Metall, doch sie arbeiten alle nach demselben Prinzip.

     

    *Kommunizierende Röhren  –  Wie funktioniert das?

    Verbindet man zwei oder mehr nach oben offene Gefäße mit einem Rohr oder Schlauch, steht das Wasser in allen Gefäßen immer exakt gleich hoch. Verbindest Du beispielsweise zwei Regentonnen im unteren Drittel mit einem Verbindungsstück, ist in beiden Tonnen immer der gleiche Wasserstand, auch wenn Du die Gießkanne nur an einer Tonne auffüllst.

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    Wie groß muss die Tonne sein?

    Im Zweifelsfall lieber zu groß als zu klein. 200 Liter Füllvolumen klingt zwar im ersten Augenblick nach viel. Aber das sind nur 20 Gießkannen, die Du damit befüllst  –  in einer längeren Trockenperiode kann dies schnell nicht mehr ausreichen.

     

    Regentonnen und Mücken

    Mücken lieben stehendes Wasser, denn hier legen sie ihre Eier zu hunderten ab. Um die Sommerabende ohne stechende Plagegeister zu verbringen, kannst Du auf Neudomück von Neudorff zurückgreifen, das Mückenlarven abtötet, ohne anderen Lebewesen zu schaden. Wenn Du auf Biozide verzichten willst, ist ein Regentonnennetz ein zuverlässiger Schutz.

      Frost-Tipp für den Winter

      Vergiss im Herbsturlaub oder vor spätestens den ersten Minustemperaturen auf keinen Fall, Deine Regentonnen komplett zu leeren! Denn Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus, eine volle Tonne im Winter nimmt so schnell Schaden.

       

       

      Grundwasserpumpe und Brunnen: Die langfristige Investition

      Ein eigener Brunnen im Garten ermöglicht es Dir zu gießen, ohne abhängig von einer vollen Regentonne zu sein oder Leitungswasser nutzen zu müssen. Neben den einmaligen Anschaffungskosten für die Bohrung und die Pumpe zapfst Du unbegrenzt Wasser aus der Tiefe, ohne dass Deine Wasserrechnung in die Höhe schießt.

      Aber Achtung: Das ist keine spontane Wochenend-Idee. Ein paar Dinge musst Du bedenken:

      • Je nach Tiefe des Grundwasserspiegels kann es sehr teuer werden, einen Brunnen zu bohren.
      • Ein Brunnen muss in den meisten Regionen beim Amt angemeldet werden.
      • In extrem trockenen Sommern können die Kommunen ein Entnahmeverbot für Grundwasser verhängen, um den ökologischen Wasserspiegel zu schützen.

       

      Leitungswasser: Die teure Notlösung

      Der Griff zum Außenwasserhahn ist natürlich die bequemste und zeitsparende Variante: Schlauch dran, Wasser marsch. Doch als dauerhafte Lösung für den Sommer ist Leitungswasser eigentlich eine Notlösung:

      • Kosten: Du zahlst nicht nur das Frischwasser, sondern auch die Abwassergebühr, sofern Du keinen extra Gartenwasserzähler angemeldet hast.
      • Kalkgehalt: Hartes Leitungswasser enthält viel Kalk, der den pH-Wert des Bodens ändert und die Pflanzen hindert, bestimmte Nährstoffe aufzunehmen. Besonders empfindlich reagieren Pflanzen, die saure Böden brauchen (Rhododendren, Heidelbeeren, Moorbeetpflanzen)
      • Kälteschock: Leitungswasser kommt kalt aus der Erde. Empfindlichere Pflanzen mögen es gar nicht, nach einem heißen Sommertag auf einmal im Eisbad zu stehen.
      • Wasserverschwendung: Aus ökologischer Sicht ist es zudem pure Verschwendung, kostbares, aufwendig aufbereitetes Trinkwasser für den Garten zu nutzen.
      • Sprengverbot: Wie auch beim Brunnen für Grundwasser können Kommunen in Dürreperioden verbieten, den Garten mit Leitungswasser zu gießen.

       

      Wassersparende Bewässerungsmethoden für Beete und Kübel

      Die verschiedenen Wasserquellen sind wir durchgegangen, jetzt wird es praktisch! Für einzelne Kübel ist eine Gießkanne nach wie vor die praktischste Lösung, aber für große Blumenbeete oder Rasenflächen absolut nicht praktikabel. Doch zum Glück gibt es gute Lösungen, wenn Du:

      • wenig Zeit (oder Lust) zum Gießen hast
      • längere Zeit im Urlaub bist, aber der Garten nicht vertrocknen soll
      • regelmäßig große Flächen gießen musst
      • Wasser sparen und trotzdem eine grüne Oase willst
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      Nachhaltig gießen, Teil 1: Die besten wassersparenden Bewässerungssysteme für Garten & Balkon

      Tropf- und Perlschläuche: Effiziente Bewässerung an der Wurzel

      Tropf–  und Perlschläuche sind perfekt für große Gemüse–  und Staudenbeete. Sie bringen das Wasser direkt auf oder in die Erde, wodurch weniger verdunstet und Du viel Wasser sparst, ohne dass Deine Pflanzen verdursten. Statt mit dem Schlauch durch den Garten zu laufen, schließt Du ihn einfach am Hahn oder der Pumpe an und genießt Deinen Garten, während der Schlauch die Arbeit macht.

      In der Regel können diese Schläuche ganzjährig im Beet bleiben, wenn Du sie im Herbst komplett leerst, da sonst bei Frost das Restwasser in ihnen friert und sie beschädigt.

      Die Begriffe Perlschlauch und Tropfschlauch werden oft synonym genutzt, beschreiben aber zwei unterschiedliche Schläuche:

      • Ein Perlschlauch “schwitzt” Wasser über seine gesamte Länge aus.
      • Ein Tropfschlauch gibt das Wasser über definierte Löcher im Schlauch ab.

       

      Es reicht aus, die Schläuche oberirdisch zu verlegen und mit Erdspießen zu fixieren.

      Um noch mehr Wasser zu sparen, kannst Du die Schläuche etwa 10 bis 20 Zentimeter tief eingraben. Allerdings ist dies mit Aufwand verbunden und es besteht zudem das Risiko, dass feine Pflanzenwurzeln in die Poren des Schlauchs wachsen oder feiner Sand ihn zusetzt.

      Der beste Zwischenweg ist, den Schlauch oberirdisch zu verlegen und anschließend Mulch aufzutragen. Dies unterbindet nicht nur die Verdunstung, sondern kommt dem ganzen Beet zugute.

       

      Tipp: Für den Urlaub oder noch mehr Zeitersparnis gibt es inzwischen günstige Bewässerungscomputer. Verbinde sie mit dem Tropf–  oder Perlschlauch, und schon wird Dein Beet automatisch zu den von Dir definierten Zeiten gegossen.

         

        Solarbetriebene automatische Bewässerung: Ideal für Balkon und Terrasse

        Einen Tropfschlauch kannst Du natürlich nicht in den Pflanzenkübeln auf Terrasse oder Balkon verlegen, und schon gar nicht in Deinen Zimmerpflanzen. Hier ist ein solarbetriebenes Bewässerungssystem die perfekte Lösung. Eine kleine Solareinheit betreibt die Pumpe, die Du in einen großen Eimer oder eine Regentonne hängst. Über dünne Schläuche und Tropfer werden Deine Pflanzen im von Dir eingestellten Rhythmus mit Wasser versorgt. Die Tropfer leiten es dabei direkt an die Wurzeln der Pflanze, wodurch kaum Wasser verdunstet.

        Die Einrichtung dauert einmalig etwas länger, da Du den Schlauch individuell zurechtschneidest und Abzweigungen einfügst. Ich habe für meine Gemüsekübel einen 25l Kanister unter der Gartentreppe eingesetzt. Auch, wenn ich längere und tägliche Gießintervalle eingestellt habe, muss ich ihn nur alle 5 Tage einmal auffüllen.

         

        Ollas: Die clevere Low-Tech-Bewässerung zum Selbermachen (Teaser auf DIY-Artikel)

        Du suchst nach einer Methode, die komplett ohne Technik, Strom und Schläuche auskommt? Dann sind Ollas (sprich: Ojas) genau Dein Ding! Das ist eine jahrhundertealte, verdammt geniale Methode aus unglasiertem Ton. Eine Olla wird einfach bis zum Hals im Beet eingegraben, mit Wasser gefüllt und mit einem Deckel verschlossen.

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        Da unglasierter Ton mikroskopisch kleine Poren hat, schwitzt der Topf unter der Erde kontinuierlich Feuchtigkeit aus. Die Wurzeln Deiner Pflanzen wachsen gezielt an den Topf heran und holen sich exakt so viel Wasser, wie sie brauchen. Das ist maximal wassersparend, weil absolut gar kein Wasser an der Oberfläche verdunstet. Fülle die Töpfe einfach je nach Hitze alle paar Tage schnell mit der Kanne auf.

        Schon gewusst? Ollas musst Du nicht teuer kaufen! Wie Du sie aus zwei ganz normalen Tontöpfen aus dem Baumarkt für wenige Euro im Handumdrehen selbst baust, erfährst Du in unserer kommenden Schritt-für-Schritt-DIY-Anleitung.

         

        Tontau-Bewässerungssystem: Die langlebige Premium-Alternative

        Wenn dir das Prinzip der Ton-Bewässerung gefällt, Du aber nicht jeden Topf einzeln per Hand auffüllen willst, ist das Tontau-Bewässerungssystem die absolute Premium-Erweiterung. Hierbei nutzt Du spezielle Tonzylinder, die Du in die Erde steckst und über ein Schlauchsystem miteinander verbindest.

        Das Herzstück ist ein zentraler, höher gelegener Wassertank (z. B. ein großes Fass oder ein Kanister). Das System nutzt die reine Schwerkraft und die Saugspannung der Erde: Ist der Boden trocken, zieht er automatisch Wasser durch die Tonkegel. Ist die Erde feucht genug, stoppt der Fluss von ganz allein.

        In der Anschaffung ist dieses System zwar etwas teurer und das Verlegen der Schläuche erfordert am Anfang ein bisschen Geduld. Dafür ist es aber extrem langlebig, wartungsarm und läuft – bei einem ausreichend großen Wasserspeicher – wochenlang komplett autark, ohne dass du auch nur einen Finger rühren musst.

         

        Fazit: Finde das System, das zu deinem Alltag passt

        Das richtige Bewässerungssystem für Beete und Kübel zu finden, ist ein wichtiger Schritt zu einem entspannten Sommergarten. Ob Du Dich für die charmante Low-Tech-Variante mit selbstgebauten Ollas entscheidest, oder Deine Balkonpflanzen im Urlaub einem solarbetriebenen System anvertraust: Jede Minute, die Du nicht mit der schweren Gießkanne verbringst, ist gewonnene Freizeit. Kombiniert mit kostenlos gesammeltem Regenwasser tust Du außerdem deinem Geldbeutel und der Umwelt etwas Gutes.

        Doch die beste Bewässerungsmethode bringt nichts, wenn das Wasser ungenutzt verdunstet oder gar nicht erst an den Wurzeln ankommt. Deshalb geht es im zweiten Teil der Reihe darum, wie Du das Wasser durch clevere Tiefenbewässerung direkt an die Wurzeln leitest, wie Du Deinen Rasen rettest, ohne Wasser zu verschwenden, und mit welchen einfachen Extra-Tipps du die Verdunstung im Beet komplett stoppst.