Was ist die Grundlage, damit Dein Garten eine grüne und blühende Oase der Entspannung wird? Richtig: Beete.

Egal, ob Du bereits Beete hast oder neue anlegen musst: Hier legst Du den Grundstein dafür, wie gut Deine Pflanzen wachsen werden. Ein gut vorbereitetes Beet bedeutet: gesunde Pflanzen, weniger Pflegeaufwand und deutlich mehr Freude.

Ich verspreche Dir drei Sachen:

  1. Die Zeit, die Du hier am Anfang investierst, sparst Du danach um ein Vielfaches ein.
  2. Deine Pflanzen werden kräftiger und schöner wachsen, wenn Du die Beete richtig vorbereitest.
  3. Es ist nicht so kompliziert, wie Du jetzt vielleicht noch glaubst.

 

Dies ist Teil 1 einer Mini-Serie für Dein Traumbeet. Wir gehen die Planung des neuen Beetes an und die verschiedenen Möglichkeiten, es anzulegen.

Du willst kein neues Beet anlegen, sondern ein bestehendes Beet nutzen? Dann überspringe diesen ersten Teil und mache direkt im nächsten Artikel mit der Bodenanalyse und Bodenverbesserung weiter.

 

Gartenbeet planen: So findest Du den perfekten Standort

Noch ist Dein Garten eine mehr oder minder ebene Rasenfläche, die nur darauf wartet, zu einem Blumenbeet zu werden? Ehe Du zur Schaufel greifst, lohnt sich ein kurzer Blick aufs große Ganze. Der Standort entscheidet maßgeblich darüber, wie gut Dein Beet später funktioniert.

 

Die spätere Gartennutzung im Blick behalten

Behalte das Ziel im Blick! Wie wirst Du den Garten später nutzen? Denn die Beete definieren auch, wie Du den Rest des Gartens gestalten kannst. Hast Du eine Sitzecke mit Grill für gemeinsame Abende mit Familie und Freunden? Dann sollte ein Beet nicht den direkten Weg zwischen Haus und dem Grillbereich versperren. Hast Du Familienangehörige, die nicht mehr gut zu Fuß sind? Dann ist ein enger, gewundener Pfad zwischen Beeten hindurch mitunter nicht die beste Wahl. Und bei Kindern, die viel im Garten spielen, sollte neben schönen Blumenbeeten auch genug Platz zum Toben bleiben.

 

Tipp: Behalte auch im Blick, wie Du das Beet später pflegen willst. Bei einer Breite über 1,50 Meter ist die Mitte meist nicht mehr sehr gut zu erreichen, wenn Du keine Schrittsteine einplanst.

 

Sonnenstunden, Lichtverhältnisse und Feuchtigkeit richtig einplanen

Grundlegend gibt es für quasi jedes Beet die richtigen Pflanzen: von schattig-feucht bis hin zu eher mediterranen Bedingungen ist alles möglich. Gleichzeitig wächst nicht jede Pflanze überall. Wenn Du also genau weißt, dass Du Funkien und Farne sammeln oder unbedingt Lavendel in Deinem Garten haben willst, sind die Bedürfnisse dieser Pflanzen entscheidend beim Anlegen des Beetes.

 

Wenn Du in der Pflanzenauswahl nicht so festgelegt bist, kannst Du die Standorte von Beeten freier wählen. Merke Dir trotzdem, was welches Beet ausmacht:

–  Sonnenlicht: Wie viele Stunden Sonne bekommt der Bereich täglich? Sind es morgens und abends ein paar Stunden, zählt es als Halbschatten.

Lies mehr:  Teilzeitgöttin testet: NERO Grillkohle

–  Bodenfeuchtigkeit: Liegt das Beet auf einem Hügel (fällt schnell trocken) oder in einer Senke (Wasser sammelt sich)? Liegt es geschützt unter dichten Baumkronen oder unter freiem Himmel?

 

Beet anlegen: Die Vorbereitung Schritt für Schritt

Wenn Du den Standort für das neue Beet ausgewählt hast, geht es auch schon los. Die ideale Jahreszeit, um ein Beet anzulegen, sind der Herbst oder das Frühjahr. Aber grundlegend kannst Du diesen Schritt zu (beinahe) jeder Jahreszeit durchführen.

 

Beetfläche abstecken und präzise markieren

Ehe Du zum Spaten greifst, markiere Dir den genauen Beetbereich. Verlasse Dich lieber nicht auf Dein Augenmaß, insbesondere bei geschwungenen Beetkanten  –  glaube mir, das geht im wahrsten Sinne des Wortes schneller schief, als Du “krumme Beetkante” sagen kannst.

In der ersten Phase der Gartenplanung sind stabile Hölzer und eine gespannte Schnur am sinnvollsten, da Du hierbei leicht nachkorrigieren kannst. Falls die Schnur sich nicht gut genug vom Untergrund abhebt, kannst Du auch dieses rot-weiß gestreifte Absperrband nutzen.

Ist der Umriss des Beetes festgelegt, ist Sand eine gute Methode, die Beetkante zu markieren. Du musst ihn später nicht entfernen, sondern kannst ihn direkt mit untergraben.

Zum Beet anlegen markiere zuerst die Form des zukünftiges Beetes, zum Beispiel mit Schnüren.
Schnüre eignen sich hervorragend, um die Form des zukünftigen Beetes zu markieren. Hier haben wir verschiedene Umrisse getestet, ehe die finale Entscheidung fiel

Rasenfläche umwandeln: Grasnarbe entfernen vs. No-Dig-Methode

Soll das neue Beet dort entstehen, wo bisher eine Rasenfläche ist, muss diese natürlich weichen. Du hast zwei Optionen, die beide Vor –  und Nachteile mit sich bringen: die Grasnarbe manuell entfernen oder mit der No-Dig-Methode das Beet einfach auf dem Rasen anlegen.

 

Grasnarbe entfernen

Hier ist Muskelkraft gefragt, denn Du gehst mit Spaten und Ausdauer daran, das Gras von der zukünftigen Beetfläche zu entfernen. Ein Spaten ist eine Gartenschaufel, die vorne leicht spitz zuläuft und dadurch leichter auch in festes Erdreich eindringt.

Stich mit dem Spaten entlang der Grenze des zukünftigen Beetes etwa 10 Zentimeter tief senkrecht in die Grasnarbe. Stütze Dich mit einem Fuß auf die obere Kante des Spatens, um mit Deinem Gewicht nachzuhelfen. Auf diese Weise unterteilst Du die komplette Rasenfläche, die Du entfernen willst, in kleine Stücke. Mache sie lieber kleiner als größer, denn im nächsten Schritt schiebst Du den Spaten unter diese Stücke und hebelst sie hoch.

Ein Beet anlegen ist anstrengend - aber das Ergebnis lohnt sich.
Mit dem Spaten haben wir die Grasnarbe abgestochen, um sie anschließend stückweise zu entfernen.

Dann lockerst Du den Boden auf, ohne ihn umgraben, zum Beispiel mit einem Sauzahn, einem Grubber oder einer Gartenkralle. Dies ist der perfekte Zeitpunkt zu prüfen, was für einen Boden Du hast  –  eher sandig oder eher lehmig, oder sogar richtig guter Mutterboden? Worauf genau es ankommt und wie die Fingerprobe funktioniert, findest Du in Teil 2 dieser Mini-Reihe.

Anschließend musst Du Dein neues Beet nur noch mit etwas Erde auffüllen, um die entferne Grasnarbe auszugleichen, und ggf. eine Beetbegrenzung einsetzen. Hast Du vorher festgestellt, dass Du die Bodenqualität verbessern musst, kannst Du dies nun tun, indem Du je nach Bedarf Sand oder Ton hinzugibst und alles mit gutem Kompost anreicherst.

Lies mehr:  Ein Hoch auf Kräuter auf dem Balkon
Schöner als ein Beet anlegen ist nur, sich über das fertige Beet zu freuen.
Nach rund 2 Stunden Arbeit ist das neue Beet fertig und kann für die Bepflanzung vorbereitet werden.

 

Vorteile

  • Dieses Beet ist auch für Pflanzen mit tiefen Wurzelballen geeignet.
  • Du brauchst außer einem Spaten keine weiteren Materialien.
  • Du benötigst nur etwas Kompost oder Blumenerde, um das Beet “aufzufüllen”, ggf. noch Sand oder Tonmineralerde.
  • Du kannst Wurzeln von Unkräutern aus dem Boden sieben.
  • Du kannst leicht einen mageren oder sauren Boden einrichten, den manche Pflanzen bevorzugen.

 

Nachteile

  • Die Grasnarbe zu entfernen ist anstrengend.
  • Die abgetragene Grasnarbe muss entsorgt werden.
  • Du hast das Bodenleben durcheinander gebracht.
  • Unter Bäumen mit dicken, oberflächlichen Wurzeln ist diese Methode nur mühsam oder gar nicht möglich.

 

No-Dig-Methode

Bei dieser Methode entfällt das anstrengende Umgraben, da Du das Beet einfach direkt auf dem Rasen anlegst. Dafür wird eine Pappschicht dort hingelegt, wo das Beet sein soll, und anschließend rund 20cm Erde darauf verteilt. Die Pappe hält Unkraut zurück. Lass Dich aber nicht täuschen: auch mit dieser Methode geht ein gewisser Arbeitsaufwand einher:

Zuerst mähst Du den Rasen, ehe Du die Pappe auslegst. Diese darf keine Hochglanzdrucke oder Kunststoff wie Klebeband enthalten, damit sie vollständig verrotten kann. Anschließend wird die Pappe gründlich gewässert, ehe Du 20cm hoch Komposterde darauf gibst. Damit Dein neues Beet am Rand nicht wegrutscht, solltest Du es mit Holzplanken oder einer ähnlichen Begrenzung einfassen.

 

Vorteile

  • Wenig Wurzelunkraut (Giersch, Quecke, Hahnenfuß…), da die Pappe als Unkrautsperre fungiert.
  • Das Bodenleben wird geschont, da nicht umgegraben wird.
  • Du musst Dir nicht überlegen, wo Du die Grasnarbe loswirst.
  • Körperlich weniger anstrengend.
  • Durch den Humus sehr gut für Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf (Rittersporn, Prunkwinden, Löwenmäulchen) und Starkzehrer bei Gemüse (Zucchini, Kürbis, Kohlarten, Gurken…)
  • Nach mehrjähriger Nutzung hohe Kapazität, Wasser zu speichern.

 

Nachteile

  • Anfangs nicht für Wurzelgemüse oder Pflanzen mit tiefen Wurzelballen geeignet.
  • Nicht geeignet für Pflanzen mit geringem Nährstoffbedarf (mediterrane Kräuter, Sonnenhut, Storchenschnabel, Taglilien…)
  • Kostspielig, da neben großer Menge Kompost auch eine Beetbegrenzung benötigt wird.
  • In der ersten Zeit musst Du häufig gießen, bis sich eine Humusschicht gebildet hat, die mehr Wasser halten kann.
  • Erde muss jährlich aufgefüllt werden.
  • Attraktiv für Wühlmäuse und Schnecken.
  • Samenunkräuter (Vogelmiere, Melde, Franzosenkraut…) breiten sich hier genauso schnell aus wie im Rest des Gartens.

 

Was ist besser? Dig vs No-Dig im Langzeitvergleich

Beide Arten, ein neues Beet anzulegen, haben ihre Berechtigung. Ich persönlich bevorzuge allerding, das Beet auszugraben. Diese Methode ist zwar anfangs anstrengend, macht aber langfristig weniger Arbeit und ist günstiger.

 

  • Materialbeschaffung: Für ein No-Dig Beet brauchst Du permanent Nachschub an hochwertigem Kompost und Mulchmaterial. Das kostet regelmäßig Zeit, Geld und Kraft, wenn Du Säcke schleppen musst. Außerdem brauchst Du sehr schnell eine Beetbegrenzung, da das No-Dig-Beet ja auf dem ursprünglichen Rasen angelegt wird und am Rand wegrutscht. Die muss zusätzlich angeschafft werden.
  • Wurzelunkräuter: Du hast zwar anfangs nur wenige bis gar keine Wurzelunkräuter im Beet. Dies ist allerdings nicht von Dauer, denn irgendwann kommen Giersch und Co auch hier an. Sie dann aus den Schichten des No-Dig-Beetes zu entfernen ist mühsam.
  • Schneckenplage: No-Dig-Beete sind ein Paradies für Schnecken. Glaube mir, nichts ist frustrierender, als diese lästigen braunen Nacktschnecken mit Salat und Blumen zu füttern und sich den ganzen Sommer über zu ärgern, nur abgefressene Pflanzenstümpfe zu haben.
Lies mehr:  Gärtnern für Faule – Dein pflegeleichtes Low-Maintenance Paradies

 

Welche Methode ist besser für eine Permakultur?

Eine Permakultur ist ein Gartenkonzept, das die natürlichen Kreisläufe nachahmt. Dafür kombinierst Du Pflanzen, Tiere und Wasserressourcen so, dass ein mehr oder weniger selbstregulierendes System entsteht:

  • Schnittgut und Laub werden kompostiert und wieder in die Beete gebracht, wodurch Nährstoffe im Boden angereichert werden.
  • Mischkulturen sind widerstandsfähiger als Monokulturen. Bestimmte Pflanzen vertreiben Schädlinge bei anderen oder locken Nützlinge an.
  • Mehrjährige Pflanzen statt alles jedes Jahr neu zu setzen.
  • Regenwasser wird in Regentonnen gesammelt, um Trockenperioden zu überbrücken.

 

Planst Du einen Garten mit einer Permakultur, sind beide Methoden für neue Gartenbeete geeignet, wenn Du auf die Bedürfnisse der einzelnen Pflanzen achtest. No-Dig-Beete eignen sich für Starkzehrer wie Kürbisse, Gurken oder Kohl, sind aber anfangs ungeeignet für Pflanzen mit tiefen Wurzeln wie Karotten.

 

Unkraut und hartnäckige Unkrautwurzeln gründlich entfernen

Hast Du Dich für das Umgraben entschieden oder will ein bestehendes Beet vergrößern bzw. wieder nutzbar machen, gilt es noch etwaige Unkrautwurzeln zu entfernen. Gegen Samenunkraut kannst Du nichts machen, aber die Wurzeln von Giersch, Ackerwinde und co solltest Du möglichst gründlich einsammeln.

Achtung: Wenn Du einen Kompost hast, gib niemals die Wurzeln von solchen Unkräutern hinein. Es sei denn, Du willst sie im nächsten Jahr mit der Komposterde im ganzen Garten verteilen. Tue sie stattdessen in die Biotonne. Die riesigen Komposthaufen der städtischen Abfallentsorgung entwickeln ganz andere Temperaturen als Dein heimischer Kompost, sodass die Unkrautwurzeln dort vernichtet werden (Heißrotte).

 

Fazit: Gartenbeet anlegen ist gar nicht so schwer

Du bist bis hierhin gekommen? Dann werfe einen Blick in Deinen Garten und klopfe Dir auf die Schulter  –  Du hast einen sehr wichtigen Schritt geschafft. Jetzt kannst Du wahrscheinlich schon erahnen, wie großartig Dein Garten aussehen wird.

Damit Du nicht mehr lange warten musst auf Deine Blütenpracht  –  oder eine große Ernte im Herbst  –  geht es im nächsten Artikel dieser Mini-Reihe darum, wie Du den Boden optimal vorbereitest. Von der Analyse bis zur Aufbereitung erfährst Du alles, was Du wissen musst.